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                                      Die Geschichte der Feldküche / Gulaschkanone

Eine Gulaschkanone ist ein friedliches Werkzeug in der Armee, sie dient nicht der Erstürmung von   Festungen, sie dient der Sättigung der Truppe. Sie besteht aus einem mobilen Kessel auf Rädern, selbst die Feuerstelle fährt immer mit, so konnte beim Rückzug auch das Wichtigste mitgenommen werden. Eine Riesenpfanne, oft für mehr als hundert Portionen, in den unterschiedlichsten Ausführungen lieferbar, natürlich mit Tarnfarben versehen. In der Gulaschkanone kann nicht nur Gulasch zubereitet werden, alle Suppen und Eintöpfe, auch Reis und Kartoffeln oder auch die Wäsche der Soldaten konnten drin gekocht werden - die Wäsche jedoch nicht zum Verzehr. Doch warmes Wasser ist im Felde immer kostbar und das liefert die Gulaschkanone auch.

Bei den Pfadfindern oder bei Großveranstaltungen, auf Openairkonzerten leistet diese Kanone ihren Dienst ab, auch an so manchen Gartenfest ein willkommener Schmaus. Überall, wo unter freien Himmel, weit von der nächsten Steckdose warme Mahlzeiten in großen Mengen erwartet werden, kann der Küchenbulle - so heißt der Koch an diesem Gerät in der Soldatensprache, viele Portionen auf einmal zubereiten.  Quelle : net-lexikon.de

1908 wird in der alten Armee ein neues Ausrüstungsstück eingeführt: Das Essgeschirr  08.    Vom Vorgängermodell unterscheidet es sich in zahlreichen Details, die sich erst bei näherer Betrachtung erschließen.
Der ganz wesentliche Unterschied liegt in der offiziellen Bezeichnung: Essgeschirr.                               
Das bisherige Modell wurde als Kochgeschirr bezeichnet, diese Bezeichnung ist auch bis heute beim Militär geläufig geblieben, weshalb wir auch weiterhin vom Kochgeschirr sprechen wollen.
Die neue Bezeichnung Essgeschirr dokumentiert einen grundlegenden Wandel in der Logistik: Zwischenzeitlich waren fahrbare Feldküchen eingeführt worden, und das neue Geschirr war in erster Linie zum Verzehr der aus der Feldküche ausgegebenen Mahlzeiten bestimmt, nicht mehr zur individuellen Zubereitung derselben. Im Krieg gegen die französischen Revolutionstruppen hatte man erstmalig in der sächsischen Armee eine Feldküche versuchsweise eingeführt, die sich aber nicht bewährte. Erst 120 Jahre später konnte die Neuerung sich durchsetzen.

Strategie und Taktik hatten sich durch die Eisenbahn grundsätzlich geändert, entsprechend wurde auch die Logistik angepasst. Die Truppe im Felde sollte unabhängig von den bisherigen Einquartierungen und Biwaklagern bewegt werden können; zudem ist es ein taktischer Vorteil, wenn die kämpfende Truppe sich nicht zwei Stunden täglich mit der Nahrungszubereitung beschäftigen muss. Mit der neuen Strukturreform änderte sich hier viel. Kleinere selbständige Einheiten, die im Feld überwiegend ortsfest (Brückenwachen, Feldwachen) operierten, kochten weiterhin selbst im bekannten Feldkochkessel mit ca. 30-35l Inhalt über dem offenen Feuer, für alle anderen beweglich operierenden Einheiten wurden fahrbare Feldküchen eingeführt.                               

 

Die nebenstehende Abbildung zeigt eine Feldküche nebst einer Feldbäckerei in trauter Zweisamkeit- eine detailgetreue, aber idealisierte Darstellung.
In der Praxis kommt diese Kombination so nicht vor, und der Teig   wurde nicht von Hand geknetet- hierfür gab es natürlich Teigmischer.

 

 

Die Feldküche wurde auf Kompanieebene betrieben und eingesetzt; sie bestand aus der eigentlichen Feldküche, ein einachsiger Wagen in Holzbauweise, und dem ebenfalls einachsigen Vorderwagen (vergl. Artillerie: Protze).
Sie wurde zweispännig gefahren, im Bedarfsfall (Eigengewicht Hf.11: 1,5 t) konnte die PS-Zahl durch zwei weitere vorgespannte Zugpferde verdoppelt werden. Von der Feldküche wurden zwei Versionen hergestellt, die für die üblichen Mannschaftsstärken der Kompaniestrukturen zugeschnitten waren.

Die große Feldküche Hf.11 (Heeresfeldküche Modell 1911)
war für Kompanien von 125 bis 250 Mann Kopfstärke bestimmt. Kernstück der Konstruktion war ein doppelwandiger, runder  Kessel mit 200 l Inhalt. Der innere Kessel war „Rheinnickel", der äußere aus Kupfer bzw. verkupfert. Der Hohlraum zwischen beiden Kesseln war mit Glyzerin gefüllt, so dass die zubereiteten Speisen
nicht anbrennen konnten. Weiterhin vorhanden war ein einwandiger, rechteckiger Kaffeekessel mit 90 l Inhalt. Der Kaffeekessel hatte unten einen Ablasshahn.
Der Speisekessel verfügte über einen Deckel, der mit Knebelgriffen verriegelt wurde; in der Mitte des Deckels ein Sicherheitsventil. Beide Kessel wurden von unten mit einen holzbefeuerten Ofen beheizt. In späteren Baulosen wurde ab 1913 ein einwandiger Bräter und ein Warmhaltefach von je 30l Inhalt zugefügt, so dass rein theoretisch die gleichzeitige Zubereitung von mehreren Gerichten bzw. Bestandteilen möglich war.
          
Wenn der auch als Kutschbock dienende Deckel des Vorderwagens hochgeklappt wurde, gelangte man an die Vorratsbehälter.  Mitgeführt wurden auch Thermobehälter, so genannte „ Speisebehälter", die mit Tragegurten versehen waren, so dass die warme Mahlzeit auch dahin gebracht werden konnte, wo die Feldküche nicht hinkam. Die große Suppenkelle und andere Geräte waren in einem Fach der Feldküche verstaut, für das Gewehr des Feldkochs hatte man an der Rückseite des Kutschbocks eine Halterung angebaut. Das Ofenrohr wurde beim Marsch umgelegt; die liebevoll- spöttelnde Bezeichnung  „Gulaschkanone" wurde dem seltsamen neuen Gerät von den Soldaten gleich mit seiner Einführung verpasst.

Die kleine Feldküche Hf.12 (Heeresfeldküche Modell 1912)
unterschied sich hauptsächlich in den Abmessungen von der großen Schwester. Gedacht für die Versorgung von 60 bis 125 Mann, war der Speisekessel mit 125 Litern dimensioniert, mit einem Kaffeekessel von 60 l. An der Hf.12 fehlte auch der Auftritt für den Koch. Beide Feldküchenmodelle wurden schon unmittelbar nach ihrer Einführung überarbeitet; das preußische Kriegsministerium und die Beschaffungsämter bemängelten vor allem den hohen Stückpreis. Beide Modelle wurden entfeinert und überarbeitet; u.a. wurde die Protze des großen Modells in Eisenblech ausgeführt.

Es wurden neue Modellbezeichnungen eingeführt, weil alle Varianten zeitgleich hergestellt und beschafft wurden.  Die große Feldküche firmierte als H.f.11 und H.f.13, die kleine Feldküche als H.f.12 und H.f.14. Im Weltkrieg ergaben sich weitere Änderungen an der Bauart, die materialbedingt waren, so wurden die Kessel aufgrund Materialmangels aus emaillierten Eisenblech gefertigt.

                 

Abbildungen: Dreimal große Feldküche.
Im Westen,1914: Essenausgabe an einen Infanteriezug, in Anwesenheit von Offizieren als Gäste oder Beobachter.
Offiziere werden nicht aus der Feldküche verpflegt; an der
Feldküche sichtbar essende Offiziere sind der Kompanie- oder Batteriechef, oder sein Stellvertreter, die zur Qualitätsüberwachung Probe essen.
In Galizien ( russisch- Polen ), 1915: Entgegen der anglo-   amerikanischen Kriegspropaganda von den deutschen Nonnenschändern, Kannibalen und Sammlern von abgehackten Kinderhänden ( bevorzugt von belgischen Waisen )  werden die russischen oder polnischen Kinder und ihre Familien hier offensichtlich von der deutschen Feldküche mitversorgt.
Vielleicht sollen sie auch nur angelockt werden.
..Stambul 1915 Istambul, die hohe Pforte, osmanisches Reich, früher mal Konstantinopel und Byzanz, heute Türkei und Istambul. Liebe geht durch den Magen- zwei Nationen
und drei Religionen „Übergabe zweier durch deutsche Juden in der Türkei gestifteten Feldküchen durch
Dr. Rossig an den „Roten Halbmond"


Beide Feldküchenmodelle ( mit Zubehör) wurden unverändert von der Reichswehr und der Wehrmacht übernommen. Für die motorisierten Einheiten der Wehrmacht wurden die H.f. 13 und die H.f. 14 auf Gummibereifung zum Fahrzeugzug umgestellt, ansonsten wurde weiterhin bespannt gefahren. Gelegentlich wurde die Gulaschkanone
auch auf der Ladefläche eines Lkw oder eines Halbkettenfahrzeugs montiert, aber das blieben Ausnahmen. Im zweiten Weltkrieg wurden auch verstärkt erbeutete oder ausländische Feldküchen verwendet. Das stellte kein logistisches Problem dar, weil dies auch im Weltkrieg durchaus üblich war, und diese Küchen somit hinreichend bekannt waren.

Im wesentlichen handelte es sich um die  k.u.k. Feldküchen M 09 und M 17 aus den Škoda-Werken, die abweichend von den deutschen Modellen nur einwandige Kessel verwendeten. Von denen waren aber gleich drei vorhanden , die in einer mechanischen Vorrichtung über der Feuerstelle gedreht werden konnten.  Die große Küche M09 verfügte über drei Kessel à 100 l, die kleine M17 über drei 50 l Kessel.

Etatmäßig war jeder Kompanie oder Batterie seit 1907 ein Küchenfeldwebel zugeteilt, der die Feldküche leitete und befehligte. Der Feldküchenkoch war in der Regel ein Unteroffizier, der sowohl kochte, als auch das Fahrzeug bewegte. Ihm zur Seite stand der etatmäßige Hilfskoch, der aber erst 1913 etatmäßig vorgesehen war, deshalb gibt es an den Feldküchen nur einen einzelnen Gewehrhalter. Die Feldküche war immer eine Drei-Mann-Einheit, der Rest des Personals waren Hilfskräfte, die aus maladen Soldaten oder aus der Zivilisten rekrutiert wurde. (Kartoffel schälen, Gemüse putzen, Holz hacken, Wasser holen und Abwasch sowie Reinigungsarbeiten zählen zu den benötigten Hilfsleistungen). In der Regel war die Feldküche immer „unter Dampf" und konnte Unmengen
an frischem oder Warmgehaltenem Kaffee, Tee oder Bouillon liefern. Die überwiegend verabreichten Eintopf- und Mischgerichte wurden üblicherweise für eine halbe Stunde „angekocht", danach wurden sie zwei bis drei Stunden fertig gegart, das besorgte die Resthitze und die Eigenwärme. Eine Feuerung des Herdes war nicht mehr erforderlich, der Abzug (Ofenrohr) konnte umgelegt werden, und die Feldküche konnte abmarschieren- bei Ankunft war der Eintopf gar.

Küchen wurden in deutschen Kasernen ab ca. 1882 eingerichtet; spezielle Köche mit Ausbildung gab es bis 1915 nicht; der „ Kochdienst wurde von hierzu geeigneten Personen unter Aufsicht eines Unteroffiziers" durchgeführt. Gelegentlich auch durch „angenommenes Personal", nach Reglement von 1888 auch weibliche Hilfskräfte „zum Abwasch und Kartoffelschälen". Empfangen wurden die warmen Speisen in der Küche; in modernen Kasernenbauten ( ab 1905) gab es auch spezielle Speisesäle für Mannschaften, wo die warme Mahlzeit eingenommen wurde.

Das Frühstück und das Abendessen wurde auf den Stuben eingenommen.
In der alten Armee waren die Soldaten einer Korporalschaft ( 16-22 Mann) in einem Raum untergebracht, und zwar gemeinsam mit dem Korporalschaftsführer, dem Korporal ( Dienstgradbezeichnung französischen Ursprungs; seit 1848 durch die deutsche Wortschöpfung „Unteroffizier" ersetzt). Die Korporalschaft wurde durch einen Unteroffizier oder Gefreiten geführt.

„Kaffeeholer raustreten!" war ein Befehl, der morgens und abends in deutschen Kasernen bis 1945 ertönte. Befehlsgemäß traten die turnusmäßigen Kaffeeholer an, um in der Küche den Getreidekaffee in den mitgebrachten
großen, emaillierten Kannen abzuholen. Brot wurde von den Feldbäckereien alle 3 bis 4 Tage gebacken; es wurde Portionsweise an die Soldaten ausgegeben, in 3-Tagesportionen. Margarine, Marmelade und Wurst wurde alle
zwei Tage während der Ausgabe des Mittagessen Portionsweise ausgeteilt.
 

Verabreicht wurde den Soldaten eine abwechslungsreiche Kost nach den modernsten ernährungswissenschaftlichem Kenntnisstand; z.B: Eintopfgerichte, insbesondere Kartoffeln oder Hülsenfrüchte mit Fett und Fleisch. Erst ab 1916 gibt es in den deutschen Armeen eine Kochausbildung; kulinarische Spitzenleistungen wurde den Feldköchen allerdings nicht abverlangt: Ein Wehrmachts- Kochbuch von 1943 für Feldköche kennt gar 232 verschiedene! Eintopfgerichte.
Aber das ist nach dem Weltkrieg, dem Feldzug von 14/15. Im Vorgriff auf die folgenden Seiten dazu aber ein Bild:

Im September 1944 ist die Wehrmacht auf dem Rückzug. In Brüssel wird dies durch die Aufnahmen eines patriotischen belgischen Photoamateurs dokumentiert. Unter Lebensgefahr, aus
dem Dachfenster heraus, entsteht eine einmalige Serie. Ein Lkw einer Infanterieeinheit, unter der Plane die Soldaten.
Auf dem Kotflügel sitzt ein „Luftraumbeobachter", angehängt ist eine Feldküche F.H.13, die eigentlich nur für den Pferdetransport zugelassen ist. Sauve qui pêut- rette sich, wer kann. Die Feldküche gehört auf jeden Fall dazu.

Fortsetzung folgt!!                                                           Quelle: http://www.altearmee.de 

                                                            
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